Waden-Update & POSE-Running

Der fiese Einstiegs-Muskelkater ist überstanden.

Learnings seitdem: Box- und Kickboxtraining eignet sich hervorragend zur Rehabilitation verkaterter Wadenmuskeln, da dabei fröhlich und intensiv auf den Zehenballen herumgefedert wird.

Außerdem bin ich auf das sogenannte POSE-Running gestoßen. Im Grunde ist das glaube ich einfach nur ein schicker Markenname für optimales und energieeffizientes Barefoot-Running.

Jedenfalls habe ich mir auf You-Tube ein paar hübsche Videos dazu angeschaut, als auch die Seite des Erfinders anrecherchiert. Die ist wirklich interessant: Guckst du: http://www.posetech.com.

In der folgenden Laufsession integrierte ich Folgendes in meinen Laufstil: Aufrecht laufen, die Füße möglichst nicht vor dem Körper, sondern unter dem Becken aufsetzen, und sich zugleich leicht nach vorne fallen lassen.

Fazit: Keine Wadenprobleme, leichtfüßiges dahintraben. I’ll stick to that for the time being.

Bin übrigens nicht mit den Vibrams gelaufen, weil es draußen supermass war. Stattdessen mit ganz dünnsohligen Adidas-Schuhen (so eine Art Formel-Eins-Rennfahrer-Schuh). Ich muss sagen, dass ich mich an die Nicht- bis Kaumpolsterung binnen kürzester Zeit so gut gewöhnt habe, dass ich meine Joggingschuhe nur noch mit dezentem Argwohn beäuge.

Gestern die Laufsession dauerte übrigens eine knappe halbe Stunde. Anschließend keine Beschwerden in Rücken- und Kniebereich. I like dat.

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“Behandlung Muskelkater”

Wie jeder einigermaßen sportaffine Mensch, kann auch ich einen reichen Erfahrungsschatz  bezüglich schmerzhaft protestierender Muskulatur nach ungewohnter oder ungewohnt intensiver körperlicher Betätigung vorweisen.

Kaum ein Muskelkater ist jedoch so unkomfortabel wie die Variante, die mitunter die Wade befällt. Nein, keine Diskussion: Wadenmuskelkater ist der schlimmste Muskelkater der Welt. Ich muss es wissen. Denn meine Waden sind verkatert, und wie.

Gutgut – aus dramaturgischen Gründen überzeichne ich meine aktuelle Leidenslage eventuell minimal. Ich gebe zu, ich kann noch Treppen hinuntergehen, indem ich zuerst die Zehenballen aufsetze – ein sicheres Zeichen dafür, dass der Muskelkater keine lebensbedrohlichen Ausmaße erreicht hat.

Dennoch: nach längeren Ruhephasen – wie sie etwa als Begleiterscheinung nächtlicher Regeneration, Kinofilm gucken (“Ultimate Wave Tahiti” im Imax gestern … Tahiti ist schön, das Meer macht mir Angst, Kelly Slater hat tolle (blaue?)  Augen, und eindeutig weniger Wadenmuskulatur als ich), oder stundenlangem Lümmeln in der Sonne oder auf der Couch beim gleichzeitigen Studium von “Born to Run” (mehr dazu später) vorkommen – kreischen meine Waden momentan brüskiert auf, sobald ich sie wieder zur Arbeit nötige.

Warum dieser unerquickliche Zustand? Weil ich Lust hatte, meine Vibram-/Barefootlaufkünste zu trainieren. Und es auch tat. Vorgestern wieder 20 Minuten am Stück, gestern 25 Minuten am Stück. Feststellung: die Wadenmuskulatur übernimmt dabei einen viel größeren Teil der Federungsarbeit als in herkömmlichem Jogging-Schuhwerk. Bzw. einen anders gearteten, da sich der Bewegungsablauf insgesamt vom Lauf im weichsohligen Joggingschuh unterscheidet.

Jetzt würde ich eigentlich gerne auch wieder loslegen. Nur: ist das gut? Würde meinen Waden nicht vielleicht doch eine kleine Regenerations-Pause besser gefallen?

Meine bisherige Genesungsstrategie war immer: verkaterte Muskeln benutzen!
Nur: wie intensiv? Eine Google-Suche (“Behandlung Muskelkater”) erhellte mich wie folgt:

“durchblutungsfördernde Maßnahmen [können] den Heilungsprozess etwas beschleunigen: Empfohlen wird ein lockeres Training wie leichte Gymnastik oder Jogging. Auch zusätzliche Wärme durch Saunagänge, Infrarot-Kabine oder Bäder wirkt schmerzlindernd; Kräuterzusätze wie Rosmarin oder Fichtennadeln verstärken den Effekt.” (Quelle: http://www.moovuz.com/blog/show/blogid/31)

Auf Bodybuilding-magazin.de erfahre ich:

“Was hilft?

  • sehr, sehr leichte konzentrische Muskelarbeit
  • ein warmes Bad
  • leichtes Ausdauertraining ( allerdings nicht bei Muskelkater in den Beinen ! )
  • Wärme durch zB. Sauna, Solarium

Was hilft nicht

  • tiefe Massage
  • intensives / max. Muskeltraining
  • betont exzentrische Muskelarbeit
  • direkte Wiederholung des muskelkater-auslösenden Trainings [Markierung von Mel]“
  • Meine Schlussfolgerung nach dieser intensiven und hochwissenschaftlichen Recherche: ich sollte meine Waden dezent beanspruchen, sprich: gehen, radeln, aber nicht unbedingt sofort zum nächtsten Vibram-Run aufbrechen.

    Ach, eff it, ich geh jetzt laufen!

    Oh, oder doch nicht – das Angebot einer Ving-Tsun-Privat-Trainingseinheit rettet meine Waden vor erneutem Drill. Für’s erste …

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    Toe Pride

    Nachdem die gestrige Vibram-Laufpremiere lediglich ein leichtes Muskelkatergefühl am äußeren Rand der rechten Wade hinterlassen hat, befand ich mich heute abend für physisch bereit, die Trainingsanforderungen und -bedingungen zu steigern.

    Sprich: 20 Minuten am Stück zu laufen und zwar draußen. Den frappierten Blicken freitagabendlicher Spaziergänger und Klotz-Jogger ausgesetzt – so bangte ich, während ich (diesmal gleich beim ersten Versuch)  in meine Vibrams schlüpfte. Ein Hinderungsgrund, mich mit “Schuhen, die Füße sein möchten” (danke, Christina, für diese poetische Umschreibung) unter die Isarpilger zu mischen, war dies jedoch nicht.

    Lodernde Lauflust und Neugier zermalmten konformistisch orientierte Anwandlungen und pushten meine mentale Bereitschaft in ausreichende Höhen, um mich mit den Zehenschuhen vor die Türe zu wagen. Desweiteren spürte ich Pioniergeist und -stolz in mir aufwallen. Sowie die Erkenntnis, dass der Anblick meiner unkonventionell bekleideten Füße am ehesten Amusement bei den diversen Betrachtern hervorrufen würde.
    Das gefiel mir. Es ist mir eine Ehre und Freude,  andere zum Lachen zu bringen.

    Also lief ich, durch spazierengehende, radelnde und joggende Menschen hindurch, und an allerlei Pfützen vorbei. 20 Minuten lang, wie geplant. Aufgrund der volksfestähnlichen Atmosphäre und leichter neurotischer Tendenzen meinerseits (in ständiger Erwartung höhnischer Kommentare von Passanten über meine “Entenfüße”, die allerdings ausblieben. Oder höflicherweise nur sehr leise geäußert wurden) war mein Exkurs nur periphär entspannter Natur.  Gegen Ende gemahnte mich die Vorstufe eines Wadenkrampfes, auch wirklich nach 20 Minuten aufzuhören.

    Neben dem deutlich spürbaren Erschöpfungsgefühl in den Waden konnte ich nach meiner Rückkehr keine Rückenbeschwerden diagnostizieren. Gut, ich war nur 20 Minuten laufen, sonst laufe ich eine Stunde, aber danach muss sich meine Wirbelsäule immer erst unter mehrfachem und demonstrative lautem Knackens wieder in Position bringen. Auch wenn ich mit dem vom Onkel Orthopäden verordneten Laufkorsett (so eine Art Gewichthebergurt) unterwegs war.

    Anyhow – Fazit der heutigen Experience: Jolly goodie.

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    Vibram Premiere

    Vibram Five Fingers Yoga

    Today was the Day: Meine Füße kamen erstmals in den Genuss des VibramFiveFingertums.

    Zwar bedurfte es ungefähr zehn Anläufe, bis meine Zehen in die jeweils für sie vorgesehene Hülle fanden (ja, ja, ruhig lachen, ich dachte auch, das wäre ganz einfach – der Trick ist, den Fuß nach innen vorne zu schieben, Richtung Großzeh) – doch als sie sich korrekt eingefunden hatten: AH, herrlisch!!! – Vibram Love at first Wear. Toe-Freedom par Excellence!

    Da momentan Monsunzeit in meiner Heimatstadt herrscht (die nicht in den Tropen liegt), und die Speed keine wasserabweisenden Qualitäten mitbringen, sah ich mich zu einer Indoor- Vibram Laufpremiere gezwungen. Also pilgerte ich ins – heute am Feiertag praktischerweise unbesetzte – Yogastudio.

    Die Anfägerdevise schlechthin lautet: Easy does it. Also langsam anfangen – außer man findet Freude an unfassbar muskelverkaterten Waden. Mein Ausgangsplan für das erste Training lautete entsprechend: maximal 6 Laufeinheiten à je 5 Minuten, im Wechsel mit je 5-minütigen Geh- und Wadenstretching-Einheiten.

    Also zog ich meine ersten Runden, Zickzacklinien und Achter auf dem Parkettboden des Yogastudios: Beine leicht gebeugt, hohe Schrittfrequenz, etwa im Bereich zwischen Zehenballen und Mittelfuß aufkommend, und dann leicht die Ferse absetzend.
    Ergebnis: Leichtfüßiges, freudvolles Dahinschweben.

    Unter Berücksichtigung der “Easy does it”-Maxime beließ ich es für’s Erste bei insgesamt 4 5-minütigen Laufphasen.

    Bin gespannt, was meine Waden morgen sagen.

    Sobald die Sonne wieder scheint, bzw. der Boden nicht mehr die Beschaffenheit einer Schlammcatcher-Arena aufweist, bekommen die Vibrams ihren ersten Auslauf im Freien.

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    Vibrams in the House

    My first Vibrams!

    Sie sind da! Meine allerersten heißersehnten Zehenschuhe! Schon beim Anblick der noch verpackten Vibrams klatschte ich frohlockend in die Hände. Ausgepackt zeigte ich meine Vibram “Speed” aufgeregt in der Redaktion herum, und erntete dezent entgeisterte Blicke und wenig enthusiastische Kommentare wie. “Ist das dein Ernst?”

    Oh ja, mein voller Ernst.

    Ich entsorge meine Laufklötze (dicksohlige, megagepolsterte Joggingschuhe) zugunsten der Fünffinger (oder eigentlich Fünfzeher).

    Warum? Ganz einfach: Weil das Laufen darin dem Barfußlaufen ziemlich nahe kommt, und Barfußlaufen laut vielfacher Erfahrungen und einiger Studien den Fuß kräftigt, anstatt ihn zu schwächen. Dadurch verschwinden allerlei Zipperlein wie Knieschmerzen, Fußschmerzen, Rückenbeschwerden. Habe ich alles – trotz, ich meine, aufgrund von jahrelangem Laufen mit Fußklötzen und Einlagen.

    Der Mensch ist für das Laufen designt, es kann nicht sein, dass mein Körper mit nur drei Stunden Laufen pro Woche am Limit ist. Was bisher der Fall war.

    In diesem Blog dokumentiere ich die Umstellung auf VFFs / Barefoot, und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen.

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    Becoming a Barefoot Runner

    “The first key is to start slowly, incrementally and avoid over-exuberance. Avoid being driven by your ego.
    Think orchard growing, not fast food.
    Think lifetime of development and growth.
    Think joy.”

    [Barefoot Ted (www.barefootted.com)]

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